Fichenskandal 1990 – Dubiose Vorgänge lösen Empörung aus
Der Fichenskandal erschütterte die Schweiz vor rund 30 Jahren. Über 700’000 Personen und Organisationen wurden während des Kalten Krieges durch die Bundesanwaltschaft bespitzelt und überwacht, unter tatkräftiger Mithilfe der Informationsdienste der Kantone. Die Wörter «Fichenstaat» und «Schnüffelstaat» machten bald die Runde. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) deckte den Skandal auf. Die Empörung war gross.
Im Kanton Schaffhausen wurden gar Hilfswerkvertreterinnen und -vertreter fichiert, welche einem gesetzlichen Auftrag nachkamen, nämlich bei den Befragungen von Asylsuchenden die Betroffenen zu begleiten und die Öffentlichkeit zu vertreten, was zu einem mittleren Erdbeben im Kanton führte. Später stellte sich heraus, dass die Kantonspolizei bei ihren Schnüffeleien systematisch Personen im Umfeld der grossen Schweizerischen Hilfswerke im Visier hatte, wie eine PUK auch im Kanton Schaffhausen ans Tageslicht brachte.
