Filmprojekt über das traurige Schicksal der Jenischen
In einem Brief der «Psychiatrischen Klinik Beverin» in Cazis an den Präsidenten der «Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur» aus dem Jahr 1971 wird eine jenische Frau entwürdigt und erniedrigt. Sie sei mit «Vagantenblut belastet» und müsse mittels disziplinarischer Mittel korrigiert werden. Das gut gehütete «Sippenarchiv» der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur, wo praktisch alle Jenischen im Kanton Graubünden registriert sind, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es ist ein menschenverachtendes Machwerk historischer Abgründe, das seinesgleichen sucht.
Das Dokudrama über das Schicksal der Jenischen erzählt die Geschichte einer Spurensuche und die Bewältigung eines kollektiven Traumas. Sie erstreckt sich dabei von einer menschenverachtenden «rassenhygienischen» Schultafel anno 1933 über den oben erwähnten Brief der Psychiatrischen Klinik Beverin in Cazis aus dem Jahr 1971 bis heute, ins Jahr 2024.
